Tag


Tag
Tag Sm std. (8. Jh.), mhd. tac, tag, ahd. tag, as. dag Stammwort. Aus g. * daga- m. "Tag", auch in gt. dags, anord. dagr, ae. dæg, afr. dei; in der alten Zeit ist damit nur die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gemeint, erst später der Tag von 24 Stunden. Lautlich läßt sich das Wort an die Wurzel ig. * dhegwh- "brennen" anschließen (die lautlichen Verhältnisse sind allerdings nicht ausreichend geklärt), vgl. ai. dáhati, toch. AB tsärk-, l. fovēre "wärmen", l. fōculum n. "Feuerpfanne", l. favīlla f. "Asche", lit. dègti, vermutlich auch akslav. žešti (mit Assimilation des Anlauts) und gr. téphrā f. "Asche". Zu beachten ist aber auch das reimende ai. áhar- n. "Tag", das keine weitere Vergleichsmöglichkeit hat (nach Hamp zugehörig, wobei im Germanischen durch falsche Ablösung aus * tod hoǵhr- das d(h)- angewachsen wäre). Falls unmittelbar zu "brennen" gehörig, kann die Bedeutung des germanischen Wortes auf "helle, heiße Tageszeit" zurückgeführt werden (vgl. lit. dãgas "Sommerhitze"); denkbar ist auch, daß ursprünglich der Tagesanbruch so genannt wurde (vgl. es tagt) und die spätere Bedeutung durch Verallgemeinerung entstand. Der "Tag" war früher auch besonders der Tag des Things, dann der Gerichtstag. Verb: tagen ("Tag werden" - "verhandeln"); Adjektiv: täglich; Adverb: tags.
   Ebenso nndl. dag, ne. day, nschw. dag, nisl. dagur; Mittag, Teiding.
Wünschmann (1966), 15f.;
Röhrich 3 (1992), 1594-1596;
Hamp, E. P. FS Lane, 146-152. gemeingermanisch gz.

Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache. 2013.